grünen Winter

Tag 21, das sind 3 mal sieben, haben wir abgehangen.

Es gibt nichts groß über diesen Tag zu berichten. Unsere Nachbarn Ingo und Nicole fahren weiter, denn es soll den ganzen Tag regnen bei 11 Grad. Merle ist darüber natürlich sehr traurig und das Wetter passte heute auch zur Prognose. Christian hat im Regen probiert, vom Steg aus zu angeln, aber er war erfolglos. Und was war sonst noch? Ach ja, es hat geregnet. Wie nennen es die Einheimischen: In Norwegen gibt es zwei Jahreszeiten: weißen Winter und grünen Winter. 

Wir kontaktieren unseren Freund Fritjof auf Gjeroy und fragen, ob er Zeit hat sich mit uns zu treffen. Aber er hat leider keine Zeit für uns. Wir hatten ihn vor 3 Jahren getroffen und er hat uns erzählt, dass er auf der Insel, auf der er lebt, ein großes Pfadfinderlager leitet. Wir waren damals davon so begeistert, dass wir in unserer Heimatstadt Haltern am See nun die Pfadfinder neu mit gegründet haben in diesem Jahr. Davon wollten wir berichten. Doch aktuell baut er mit seinen Pfadfindern ein Bootshaus und hat überhaupt keine freie Minute übrig. Daher verschieben wir dieses Wiedersehen auf ein anderes Jahr. 

Nach dem Regen ist vor dem Regen und auch am nächsten Tag sah das Wetter nicht besser aus. Wir konnten uns zwischen drei Optionen der Weiterreise entscheiden: Nord, Ost oder Süd?
– im Norden warten auf uns: der Gletscher Svartisen, die Löweninsel Rödöy und dann geht es vielleicht weiter in Richtung Lofoten.
– im Osten warten das Marmorslottet (beim Svartisen), der Okstindanbreen, und – bei gutem Wetter – der Hauknesstranda und dann vielleicht weiter nach Schweden.
– oder nach Süden. Die Helgelandsküste zurück.

 

Wir entschieden uns nach Bauchgefühl für den Süden. Es regnete immer noch in Strömen und wir trödelten bis 12 Uhr mit der Abfahrt. Im Örtchen Leland waren wir beim Bunnpris einkaufen. Hier gab es losen schwarzen Tee. Aber leider nur „Earl Grey“. Immerhin. Obwohl wir der Ansicht sind, dass Zitrone im Schwarztee nichts verloren hat. (Der Typ vom Bunnpris ist immer noch der selbe kleinkarierte Mann wie vor 3 bzw. 6 Jahren. Wir wollten keine Plastiktüte und nahmen den Einkaufswagen mit zum Auto. Da rief er uns hinterher, dass wir den auch bitte zurückzubringen hätten. Irgendwie süß. Und gut für ihn, dass wir keine Einkaufswagen sammeln.)

Und jetzt kommt meine diesjährige Leider-Lieblingsrubrik „was wir alles wegen Regen und Nebel nicht gesehen haben“: da wären zum einen die sieben Schwestern, eine imposante Bergkette bei Sandnessjoen, sowie der Strand „Tenna“ auf der Insel Heröy, bei dem wir auch gut hätten übernachten können. Dafür haben wir die imposante Helgelandsbrua gesehen (weil wir drüber gefahren sind).

Wir machten eine Pause vor der Fähre in Tjötta. Wir kamen um 13:15 an und wurden aus dem Fährfahrplan nicht schlau. Wir wussten, dass Mittagspause war und es entweder 14:10 oder 14:45 weitergehen würde. Also rasch das Teewasser angestellt. Und als der Tee fertig war, kam die 14.10 Fähre eingelaufen. Und es war: die Sigrid!! (Sigrid Sandnessjoen war die Fähre, die bis vor 6 Jahren von Levang nach Nesna übergesetzt hatte und die wir von Sjöbakken aus verfolgen konnten. Mittlerweile wurde sie ausgetauscht, aber das Schiff wird immer unsere Sigrid bleiben. Daher war es klasse, nun noch einmal mit ihr fahren zu dürfen.) Wir packten also Tee, rosa Donut, Zimtschnecke und Blaubeermuffin ein und machten auf der Fähre (45 Minuten Fahrtzeit) unsere Mittagspause.

Anschließend verpassten wir in Regen und Nebel noch Felsritzungen (Helleristninger) sowie einen schönen Spielplatz bei Vevelstad. Auch die UNESCO Weltnaturerbeinsel Vega (berühmt für Eiderenten) sowie den Berg-mit-Loch Torghatten bei Brönnöysund ließen wir im Regen liegen. 

Aber eines haben wir drei heute gesehen, das für alles entschädigt: Den Elch!

Während der weiteren Fahr nach Süden hin wurde es immer trockener, aber nicht wärmer (11 Grad trocken statt 11 Grad im Starkregen) und schließlich kamen wir an unserem Tagesziel an: Der kleinen Insel Kvalöy. Sie ist über eine kleine Brücke zu erreichen.

Anschließend fuhren wir „die erste links“, den Schildern „Friluftsomrade“ folgend mitten durchs Nichts eine abenteuerliche Schlammpiste entlang. An deren Ende lag eine wundervolle Bucht mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser. Unser Nachtlager „Kvennvika“. Theoretisch gibt es hier einen großen Parkplatz, der aber, als wir ankamen, dekadent von nur 5 Wohnmobile blockiert worden ist. Wir konnten aber dennoch einen guten Platz ergattert, etwas entfernt von den anderen.

Anschließend haben wir einen kleinen Ausflug an den Strand unternommen und sind noch etwa die Hälfte des Traktorweges entlang spaziert. Als wir dann zurück kamen, wurde uns von einem quasseligen deutschen Touristen aufgelauert. Dem war offensichtlich langweilig und wir hatten ein Gespräch à la „heutzutage beißen die Fische auch nicht mehr wie früher“ am Hals. Den haben wir dann so schnell es ging an andere Deutsche weitergereicht, da wir kochen wollten (heute zauberte der Küchenchef Reis mit Chili).

Christians Zusammenfassung des Tages: Nass und interessant.
Merle hat hier am Strand Sand und Muscheln für ihren Pfadfinderfreund Erik mitgenommen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben