Slowenien

Lange haben wir nichts von uns hören lassen. Jaja werdet ihr sagen, ihr habt bestimmt kein Internet gehabt. Stimmt. Auch. Wir haben auch in den zurückliegenden Tagen Abends nicht mehr die Muße gefunden, uns dem Blog zu widmen. Für uns auch eine Entwicklung in Sachen Entschleunigung – wie es im neudeutschen so schön heißt. Zudem zahnt Merle gerade und die Geburt eines Eckzahns scheint eine besondere Herausforderung zu sein… :\

Was ist seit unserer Abreise in Novigrad denn so passiert? Also, erst mal sind wir bei extrem starken Wind aus Novigrad wieder los. Wie uns die Dame an der Rezeption mitteilt, ist das der Bora, ein plötzlich aufkommender und sehr heftiger Wind der typisch ist für diese Region. Sie verbindet den Hinweis auf den Wind mit der Hoffnung auf besseres Wetter, denn seit Novigrad hat uns das Wetterglück ein wenig verlassen und Regen hat sich zu uns gesellt.

Kroatien versucht uns Kulinarisch zu versöhnen: Wir haben am Abend exzellent gegessen, im „Gatto Nero“. Sollte jemand von euch mal in diese Stadt kommen – geht unbedingt dorthin. Tolle regionaltypische Küche, top zubereitet. Als zweites bekommen wir an unserem letzten Morgen solides Brot. Nicht dieses Weichwabbelzeugs, das schon aus dem Ofen kommt als wäre es 5 Tage alt, sondern Brötchen in guter Qualität.

Unsere erste Station in Slowenien soll Koper sein. Die Fahrt dorthin verläuft unspektakulär, der Grenzübertritt ist einfach. Wir fahren an Portoroz vorbei in Richtung Koper, weil wir hoffen so noch einmal die letzten schönen Tage an der Küste der Adria verbringen zu können. Leider stellt sich Koper als Enttäuschung für uns heraus. Die Stadt ist sehr überlaufen und der „Strand“ besteht aus einer Promenade auf der sich die Leute tummeln. Nicht ganz dass was wir gut finden. Wir spielen mit Merle ein wenig am Strand und beratschlagen was wir weiter machen sollen. Wir entschließen uns -auch weil es noch recht früh am Tag ist- weiter zu fahren und zu schauen wohin es uns verschlägt.

Wir haben ursprünglich geplant, die Höhlen von Postojna zu besichtigen. Postojna ist das größte Höhlensystem der Welt und extrem gut touristisch erschlossen. Daher nicht so unser Ding. Wir haben den Tip bekommen, stattdessen die Höhlen bei Skocjanske zu besichtigen. Nicht so groß, dafür aber noch ursprünglicher und mit dem größten Unterirdischen Canyon der Welt. Klingt perfekt. Da wir schon mit Krka ähnlich gute Erfahrungen gemacht haben, beschließen wir dem Tip zu folgen.

Wir erreichen die Höhle gegen Nachmittag. Leider ist die letzte Führung schon vorbei, und es gibt keine Möglichkeit mehr, die Höhle noch am gleichen Tag zu besichtigen. Macht nichts. Wenn wir eins haben auf unserer Reise ist das Zeit. Wir fahren daher noch 3km weiter zu dem nächstgelegenen Campingplatz um morgens mit der ersten Tour in die Höhle einsteigen zu können.

Der Platz ist toll gelegen, jedoch noch nicht geöffnet. Mist. Ich rufe dennoch die aushängende Telefonnummer an, und verständige mich mit der Frau am anderen Ende darauf, das wir trotzdem auf dem Hof hinter dem Haus für eine Nacht stehen können. Prima, hat sich das Telefonat doch gelohnt :). Wir stellen unser Mobil hinter dem Haus ab und erkunden ein wenig die Gegend. Die dunklen Wolken am Horizont nehmen unterwegs bedrohliche Formen an und die Wolkenwalze die sich den Berg hinunter schiebt, verheißt nichts gutes. Zudem ist die Temperatur zwischenzeitlich dramatisch gefallen und es ist richtig kalt. Wir kehren zum Bus zurück und treffen dort auf Emiliana, die Betreiberin des Platzes. Sie ist dabei Ihre jungen Salatpflanzen abzudecken und sagt uns, das Schnee angekündigt ist. Moment. Schnee?!

Genau so kommt es. Wir können es gar nicht fassen. Nur wenige Minuten später bricht ein Unwetter los, das wir schon lange nicht mehr erlebt haben. Es kübelt wie verrückt, die Temperatur fällt noch weiter und es beginnt tatsächlich zu schneien. Verrückt!

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Der Tag nimmt jedoch noch ein tolles Ende: Emiliana ist nicht nur eine gute Gastgeberin, sondern auch eine gute Köchin. Sie lädt uns zu einem typisch Slowenischen Essen ein, das aus einer Suppe (Boja) und Struckli (eine Art gerollter Kloß mit Füllung), Pilzgemüse sowie Apfelstrudel als Nachtisch besteht. Köstlich!

Am nächsten morgen machen wir uns früh auf den Weg, um rechtzeitig bei der Höhle zu sein. Wir schaffen es gerade noch, die erste Führung zu erreichen. Zu gemütlich war es in unserem Bus mit dem prasselndem Regen auf dem Dach, sodass wir lange geschlafen haben…

Die Führung durch die Höhle ist toll. Wir sind nur eine kleine Gruppe und das Höhlensystem unglaulich beeindruckend. Die Unterwelt, die von dem Fluß Reka hier geschaffen wurde ist einzigartig. Ein riesiger unterirdischer Canyon erzeugt eine beeindruckende Atmosphäre in der Höhle. Zeitweise fühlen wir uns in Tolkiens Sagenwelt versetzt und wähnen uns in den Minen von Moria. Jederzeit sind wir bereit auf Gollum zu treffen, der seinen Schatz hütet…

So beeindruckt kehren wir an die Oberfläche zurück uns setzen unsere Fahrt in Richtung Ljubiljana, der Hautpstadt von Slowenien fort. Hier sind wir mit Matjaz verabredet, einem Kontakt, den wir wieder über das Sight-Netzwerk hergestellt haben. Auf der Fahrt in Richtung der Hautpstadt werden die Straßenverhältnisse immer Winterlicher. Der Schnee ist mittlerweile 20cm hoch. Unglaublich, dieser Kontrast. Noch vor 2 Tagen haben wir bei 20 Grad am Strand gesessen und ein Eis gegessen…

In Ljubiljana verbringen wir einige interessante Stunden mit Matjaz, der uns viel über die Geschichte der Stadt erzählen kann. Er arbeitet für eine Agrargenossenschaft und wir tauschen uns über die Probleme hier und in Deutschland aus. Es scheinen innerhalb der EU überall die selben Probleme vorzuherrschen. Ferner erzählt er, dass die Wetterlage mit dem Schnee hier ein Mal alle 20 Jahre auftritt und die Bauern schon jetzt über den Ausfall der Apfelernte weinen.

Zudem kann er uns auch viel über die Kriege innerhalb von Jugoslawien erklären und empfiehlt uns als objektive Serie von BBC „The Death of Yugoslavia“ auf Youtube nachzusehen.

Das werden wir auch tun, denn wir haben jetzt so viel darüber gehört, dass es uns schon sehr interessiert, wie es dazu gekommen ist, was passiert ist und welche Seiten was wie erklären. Leider ist die Zeit sehr knapp die wir hier haben, aber macht nichts, denn wir beschließen, wiederzukommen und Stadt und Land mit etwas mehr Zeit zu genießen.

Anschließend fahren wir weiter zu unserem Übernachtungsziel, der Therme in Snovik. Wir erreichen Snovik am Abend und können noch ein Bad im Thermalwasser genießen bevor wir nach dem ereignisreichen Tag todmüde ins Bett fallen.

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