von St. Quirin nach St. Etienne les Remiremont – Unsere erste Bergbesteigung mit Kleinkind

Auflösung des Rätsels von gestern: Am Morgen kam der junge Platzwart mit Dreadlocks und kassierte 11 Euro von uns. Er wohnt in einem Wohnmobil und arbeitet 5 Monate im Jahr auf dem Campingplatz. Die restlichen 9 Monate reist er durch ganz Europa. Er erzählte uns auch, dass der Platz erst seit 3 Tagen geöffnet ist. Da hatten wir wirklich Glück.

Der Tag begann herrlich und wir wollten die Herausforderung von gestern noch steigern. Können wir mit Merle – noch keine 3 Jahre alt – einen Berg besteigen? Laut Auskunft gibt es einen „mittelschweren“ Weg auf den Donon – den höchsten Berg der Nordvogesen mit 1009 Metern. Gestern war uns der Weg wegen Regens versperrt – und das war im Nachhinein gut so, denn eine insgesamt 5,5 km-Wanderung über 300 Höhenmetern kann sich mit Kind in einen Tagesausflug verwandeln.

Der Weg führte über einen steinigen Wanderweg schnurstracks den Berg hinauf. Merle interessierte sich für jeden Stock und jeden Stein und jede Ameise. Der Berg ist aus Buntsandstein und viele der Steine leuchten in einem schönen Rotton. Die Tour war schon etwas herausfordernder für Merle und uns. Wir schafften die 2,5 km hinauf dann auch in etwa 1 3/4 Stunde – eine Durchschnittsgeschwindigkeit von sagenhaften 1,5 km/h. Vorbei an kleinen Steinmännchen, Baumstümpfen mit Pilzen, Blaubeersträuchern, über alte Pflasterstraßen und -Weltkriegs-Treppen. Alles spannend für ein kleines Kind.


Ein Walfisch auf dem Berg?

Zum Schluss wurde die Motivation knapp und wir konnten uns mit der Aussicht auf ein schönes Picknick auf dem Gipfel mit Fernsicht bis nach oben retten. Oben auf dem Berg gibt es eine Replik einer keltisch-römischen Tempelanlage, angeblich ein Kraftort aus einer Zeit vor dem Christentum. Wir genossen den Ausblick und freuten uns, dass das Wetter gut mitspielte. Es war nicht zu warm, nicht zu sonnig und es regnete nicht. Perfekt. In den hübschen Liegestühlen machten wir eine erholsame Pause, bevor wir Merle auf die Schultern nahmen und in gefühlten 20 Minuten wieder unten am Bus standen.

 

Mittlerweile war es mehr als Schlafenszeit für Merle und wir fuhren in Richtung Südwesten. Wohin wir wollten, entschieden wir unterwegs. Da das Wetter nicht zum Baden einlud, knickten wir uns den Lac du Der, den wir schon vom letzten Jahr kannten und der einen herrlichen Sandstrand für heiße Tage bietet. Stattdessen fuhren wir einen Waldparkplatz an, der einen Spielplatz haben sollte. Allerdings war der in einem Zustand, der uns nicht gefiel, so dass wir weiter fuhren zu Eveline und Claude Daverio nach Saint Etienne, dem mittleren Tor zu den Vogesen. Die beiden Rentner fahren selber ein Wohnmobil und stellen ihren Garten reisenden via France Passion zur Verfügung. Wir bekamen sogar eine Fußmatte. Eveline erzählte, dass es hier 3 Wochen durchgeregnet hatte und heute den ersten Tag schön sei. Haben wir ein Glück!

Und hier fehlt es tatsächlich an nichts. Direkt im Moseltal gelegen stehen wir mit unverbaubarer Sicht ins Grüne des Tals. Leider kamen wir 5 Minuten zu spät und bekamen nicht den „Premiumplatz“ mit Blick auf den Sonnenuntergang (was das andere Pärchen nicht mitbekam, da es vor dem Fernseher saß). Stattdessen standen wir im Schatten von Fichten direkt an duftenden Blumen und Hecken. Hier konnten wir mit Merle ausgiebig mit dem Ball herumtoben und Christian konnte Experimente mit seiner Drohne machen. Die Sonne schien und es war herrlich warm und blumig duftend.

Wir freuten uns über einen so schönen Tag. Das Wetter war jeweils für die Situation passend gewesen. Merle hat die Bergtour hervorragend mitgemacht (ebenso unsere Nerven). Die Fahrt aus dem Elsass ins Moseltal war schön, aber doch recht ruhig, so dass Merle gut schlafen konnte. Und unser abendlicher Stellplatz lässt keine Wünsche offen.

Morgen wollen wir und an Wanderung Nummer drei begeben. Mal schauen, wie das wird. Merle klagte heute erstmalig über „Aua Bein“, aber angeblich laut Aussage des Kindergartens können Kinder bis zu einem gewissen Alter keinen Muskelkater bekommen. Morgen wissen wir mehr.

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