der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da…

Tag 28: Sjöbakken – Hoöya (bei Steinkjer)

Heute an unserem letzten Tag in Sjöbakken regnete es sich schon zum Frühstück so richtig ein. Also machten wir uns nach dem Frühstück fertig, verabschiedeten uns und fuhren gen Süden. Auf unserer Fahrt bemerkten wir, dass die Blätter an den Birken schon begannen, gelb zu werden – und wir haben erst den 23.08.! Merle sang den ganzen Tag: „Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da…“

Nach etwa einer Stunde Fahrt wurde das Wetter plötzlich viel besser. Wir schienen die dicke Regenfront verlassen zu haben. Wir machten Pause auf einem netten Picknickplatz in Namskogen an der E6. Hier gab es einen schönen, gut angelegten Schotterweg, auf dem wir zu einem kleinen Wasserfall liefen, bevor wir uns an einen der vielen Picknicktische in der Sonne niederließen.

Wir legten später noch eine zweite Pause ein an den Helleristinger am Snaasvatnet. Hier gibt es eine Rentier-Petroglyphe namens „Bölareinen“, zu der wir einige hundert Meter „wandern“ konnten. Neben dem gut sichtbaren lebensgroßen Rentier gibt es hier noch 3 weitere Felszeichnungen, die aber für uns viel schwerer zu erkennen waren als das erste: einen Bären, einen Vogel und einen Skifahrer. Alle aus der Zeit 4000 vor Christus.

Das Sami-Cafe, das es hier am Picknickplatz gab, hat an der Tür ein Schild, auf dem steht: „Willkommen ab dem 23.06.“. Unglaublich, aber hier wurde bereits am 18.08. die Saison beendet.

Unser Nachtlager für heute fanden wir bei Steinkjer auf einem Picknick- und Badestrand-Parkplatz bei der Insel Hoöya. Hier gab es auch Hügelgräber aus der Jungsteinzeit zu besichtigen, die wir aber nur anhand des Schildes „Hier ist ein Hügelgrab“ von einem moosbewachsenen Felsen unterscheiden konnten.

Die Insel Hoöya ist durch einem Damm mit dem Festland verbunden, über den wir, da Ebbe war, eine kleine Abendwanderung in den Sonnenuntergang hinein gemacht hatten.

Der Parkplatz selber liegt in einem Wäldchen etwa 50 Meter entfernt von Damm und Strand bei einigen Picknickplätzen. Hier standen wir dann am Abend schlussendlich nicht mehr allein, sondern zwischen 4 Deutschen (davon ein „Kuschelcamper“, der uns für unsere Wohlfühlgrenze zu nah parkte) und einem Franzosen. Dies waren mehr deutsche Wohnmobile, als wir den ganzen Tag über auf der E6 gesehen hatten.

Bisher hatten wir das Gefühl, dass nur noch die Norweger selber Urlaub mit dem Wohnmobil machen. Kleine Anektote: Für mich lustig war, dass in zwei der deutschen Wohnmobile je ein Pärchen mit Kleinkind in Elternzeit waren. Das erinnerte mich sehr an unsere Zeit vor 4 Jahren in Norwegen. Hach ist das schon lange her…

Hier trafen wir auch die dritten Wohnmobilisten aus dem Kreis Recklinghausen. Die ersten waren aus Dorsten, die Zweiten aus Castrop-Rauxel-Ickern und die dritten nun aus Herten. Eigentlich fahren wir ja raus in die Ferne und Einsamkeit, um Abstand von daheim zu gewinnen. Doch egal wie weit wir fahren, es ist immer schon jemand aus dem Kreis Recklinghausen dort! Irgendwie ulkig.

Von hohen Fichten geschützt verbrachten wir die stürmische Nacht ruhig und ohne wackeln, herrlich natürlich unter wild rauschenden Kiefern. Der goldene Herbst beginnt hier in Norwegen recht rasch…

Eure Nicole

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