Feld, Wald und Wiese – Krähenfüße und ein Belchen obenauf (Schönenbuchen)

Ganz traditionell französisch starteten wir mit einem frischen Baguette in den Tag. Es war ein herrlicher Morgen und wir frühstückten draußen im Garten von Robert Wohleber mitten im Elsass.

Dann fuhren wir los und überquerten bei Colmar wieder die Grenze nach Deutschland. Schön, dass das in der EU so einfach ist (und hoffentlich auch noch lange so bleiben wird). Ab ging es, runter vom Elsass, mitten durch das brettflache Rheintal und auf der anderen Seite wieder hinauf in den Hochschwarzwald. Wir fuhren durch das schöne Münstertal und einmal um den Berg herum; die Straße wand sich in vielen steilen Kurven an den Bergflanken hinauf, so dass Christians Motorradfahrerherz blutete.

Unter Ausflugsziel für heute war die Talstation für die Gondel auf das schwarzwälder Belchen. Vor zwei Jahren waren wir schon auf dem französischen Pendant, dem „Elsässer Belchen“ (und wie wir heute gelernt haben, gibt es noch eines in der Schweiz). Wir gondelten hinauf zur Bergstation und liefen den gut ausgebauten Wanderweg zum Gipfelkreuz. Dort oben gab es ganz früher wohl auch eine keltische Kultstätte. Zu sehen war für uns eine Steinspirale – Alter unbekannt, aber sehr hübsch und für Merle Spielzeug für etwa 30 Minuten.

Der ganze Weg war nur etwa 1,2 km lang, aber wir brauchten gute zwei Stunden dafür mit Merle und hatten viel Freude, eine Weitsicht bis in die Alpen und herrlichen Sonnenschein.

Anschließend fuhren wir den Berg auf der anderen Seite hinunter bis nach Schönau, besser gesagt nach Schönenbuchen auf einen Campingplatz direkt an dem Flüsschen Wiese. Hier scheint die Zeit in den 1970ern etwa stehengeblieben. Der etwas morbide Charme von Post-Apokalypse-Computerspielen kann hier hervorragend nachempfunden werden; insbesondere auf dem Spielplatz. Nichtsdestotrotz sind sowohl der Pächter als auch die Dauer-Gäste hier sehr freundlich und patent, wenn man hinter die Böse-Guck-Kulisse schaut und wir fühlen uns gut aufgehoben.

Eine heiße Dusche, eine Wäscheladung und eine Spielplatzrunde später brachen wir auf in Richtung des 5 Minuten entfernten (Schnell-)China-Restaurants. Keine großen Erwartungen, keine Enttäuschungen.

Gegenüber am Wegesrand fanden wir die kleine Wallfahrtskapelle „Unserer lieben Frau von Schönenbuchen und zum heiligen Petrus und Paulus“. Ich glaube das ist die einzige Kirche, die ich kenne, die ein Wandgemälde mit einer Schlacht beherbergt. Und das ist die einzige Schlacht, die ich kenne, in der die Bauern mit Krähenfüßen geworfen haben. Die kleine Kapelle hat uns sehr gut gefallen. Zudem beherbergt sie im Keller einen Stein, der Wünsche wahr werden lässt. Das haben wir auch gleich ausprobiert. „Merle, du darfst dir was wünschen, aber nicht laut sagen.“ – „Ich habe mit ein Pferd gewünscht!“

Der Abend verlief ruhig und wir ließen uns vom wilden Plätschern der Wiese in den Schlaf lullen

Bis morgen
eure Nicole

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