Osensjoen bei schönstem Wetter

Der Morgen an Tag 26 beginnt strahlend schön. Wir lassen es uns gut gehen und genießen die kurze Fahrt durch den Rondane Nationalpark. 

Am zentralen, gut ausgebauten Aussichtspunkt halten wir an und bestaunen die wunderschöne Natur. Hier sind bestimmt viele herrliche Wanderungen für Familien möglich. Anschließend biegen wir in Richtung Osten ab und kommen nach kurzer Fahrt am Rasteplass „Björaaas“ an. Das ist der Rastplatz mit dem größten Elch der Welt. Hier haben wir ein Eis in der Sonne gegessen und Merle tobte über den kleinen Spielplatz dass die einheimische Strickwarenverkäuferin ihr ganz verliebt einen Lolli schenken wollte. Aber Merle war zu schüchtern. 

Dann ging es weiter bis nach Rena. Hier haben wir im „Rema 1000“ und von dort aus bis zum Ziel, dem „Osensjoen Camping“. Der Platz wird von einem niederländischen Pärchen geführt, das dem Trubel als Projektmanager nach einem Sabbatjahr in Australien entkommen wollte.

Es war heute richtig warm und sonnig. Und wir – aus dem Norden und der Stille kommend – erleben hier einen wahnsinnigen Trubeltag. Das war ein richtiger Kulturschock, aber fangen wir vorne an mit dem Erzählen..

  

Unser Platz – der letzte freie Platz – war einer mit Aussicht auf weiße Ware. Wir hatten 3 Nachbarn. Einer davon lässt den ganzen Tag den motor laufen, damit es im Wagen nicht zu heiß wird. Er meinte „you have to get used to it“, als Christian ihn bat, den Motor auszustellen. Die anderen beiden hören Musik, die einen Abba, die anderen Rock und Oldies. Wir haben aber immerhin „seitlichen Seeblick“. Wir haben den letzten Platz und hinter uns liegt direkt die Straße. Aber immerhin haben wir einen Platz! Viele andere wurden abgewiesen. 

Bei 21 Grad und Sonnenschein schien sich das ganze norwegische Inland hier am neben dem Campingplatz liegenden kostenlosen Badestrand eingefunden zu haben. Auf dem Wasser gab es eine schwimmende Partyinsel, eine selbstgebaute Holzbadeturmplattform mit Motor. Von diesem Gefährt hörte man die ganze Zeit Partymusik. Dazu kamen Motorboote, Jetski, Leute die Banane und Wasserski fuhren. Und natürlich der brechvolle kostenfreie öffentlicher Sandstrand, der auch ein Wasserspielparcopur hatte. Wenn man aus dem einsamen Norden kommt, macht man sich kein Bild davon! Wir scheinen im „Urlaubsgürtel um Oslo“ angekommen zu sein.

Auch waren die Menschen hier nicht so rücksichtsvoll und naturverbunden, wie wir sie bisher erlebt hatten. Vielleicht ist das ein Problem, sobald (zu) viele Menschen an einem Fleck zusammenkommen. Aber natürlich trafen wir auch viele nette Menschen hier. Merle konnte sich bei einer Familie einen Schwimmreifen ausleihen und war damit sehr glücklich. Und auch die Leute aus dem Wohnanhänger vor uns waren sehr nett. Ich konnte mit der Frau den Innland-Dialekt und mit dem Mann den Fjordland-Kystdialekt (eher weniger verständlich) verstehen üben.

Der Campingplatz selber kann natürlich nichts für diesen ersten Eindruck, den er auf uns machte. Er war nett angelegt und hatte einen tollen Balancierspielplatz und einen Steg, von dem Merle oft ins Wasser sprang (obwohl die verboten war). Das Wasser hatte 18 Grad und war echt etwas kühl für mich (Norweger sehen das anders). Lustigerweise sind fast alle Norweger um halb 5 nach Hause gegangen (das war die Zeit, zu dem auch immer die Hallenbäder schlossen), obwohl es bis 20 Uhr jede Stunde wärmer wurde. Zum Schluss war sie letztes Kind am Strand. Sie hat mit einer Strandgut-Schüppe einen – wie sie sagt – 37 Meter langen Kanal gegraben. Wir saßen derweil mit unserem Grolsch-Radler auf der Bank und sahen zu.


Morgen soll es nochmal fast 10 Grad wärmer werden. Wir sind gespannt, was dann hier los sein wird.

Christians Zusammenfassung: „zu laut und zu voll“
Merles Zusammenfassung: „wann kauft ihr mir endlich einen Schwimmreifen?“

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