Ein Regentag im „Tunnel“

Tag 16 – der Regentag

Es regnete die ganze Nacht durch. Am Morgen stand der Bus halb im Wasser. Das bemerkten wir erst, als wir wie gewohnt aus dem Wagen ausstiegen und fast knöcheltief im Wasser standen. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Den Tag über sollten noch 50 mm Regen fallen. Aber dazu später mehr.

  

Wegen des schlechten Wetters änderten wir wieder Mal unsere Reisepläne und fuhren nicht zum Oldedal, um uns dort auf dem Campinsplatz „Melkvoll Bretun“ ganz hinten im Tal (mit Sauna) einzuquartieren und zum Gletscher zu laufen. Ebenso fuhren wir nicht anschließend ins daneben liegende wunderschöne Lodalen (aus diesem Tal haben wir ein Foto an der Wand hängen). Und wir fuhren auch nicht weiter auf der Straße nach Osten über den „gamle Strynefjellvegen“ und von dort aus weiter nach zum Geirangerfjord und zu den Trollstigen. All diese Ziele sind wunderschön und empfehlenswert, doch nicht für uns heute im strömenden Regen ohne Aussicht auf Besserung.

Wir entschieden uns heute, einen Fahrtag einzulegen bis an die Nordküste des Fjordlandes.

Egal, wohin wir fuhren, waren wir heute in einer Art Tunnel mit Felswänden links und rechts und einem weißen Wolkendeckel in etwa 150 Metern Höhe. Waren wir nicht in diesem Tunnel, fuhren wir gleich durch Seenebel ganz ohne Sicht. Und all das im nie endenden Dauerregen und Wind bei 4 bis 9 Grad. Nur die Stärke des Regens änderte sich von Tal zu Tal. Etwas Abwechslung muss schon sein. 

Wir fuhren zuerst bis nach Nordfjordeid. In dieser Stadt gingen wir einkaufen und tanken, denn hier war es recht günstig (also für norwegische Verhältnisse). Dann bogen wir nach Osten ab in Richtung Grodas und weiter nach Hellesylt. Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir hier die Fährfahrt durch den Geirangerfjord gebucht. Aber nicht bei 4 Grad, und Dauerregen. Für unseren nächsten Urlaub haben wir hier zudem noch folgende Punkte liegen gelassen: den Eidsfossen, den Hellesylt Fossen und den „Königinnenweg“ Nr. 655. Das macht alles keine Freude, wenn es nur in einer Tour schifft. 
Wir machten unsere Teepause am Ljoen Utsiktspunkt „Geiranger Fjord“ nördlich von Hellesylt. Die Wetter-App bot uns 4 Grad, gefühlt wie -1 Grad an, der Regen kam waagerecht daher und es war wirklich, wirklich kalt. Für mehr als ein paar schnelle Fotos hat es nicht gereicht. Selbst den kurzen Wanderweg haben nicht einmal in Betracht gezogen. 

Dann ging es weiter via Stranda und Vestnes nach Molde. Auf dem Weg wurde der Regen noch mehr als bisher schon, die Flüsse waren teilweise schon auf Straßenniveau und die Bäume links und rechts standen alle im Wasser.

Von den drei Fährfahrten heute (die Dank unserer Fähren-Prepaidkarte wirklich günstig waren), hatten wir eine sofort bekommen. Auf die zweite mussten wir warten, da diese grad „Mittagspause“ hatte bis 16 Uhr. Wir erinnern uns, diesen Umstand auf vergangenen Touren schon des Öfteren nicht berücksichtigt zu haben und ärgerten uns, das übersehen zu haben. Und die dritte Fähre hatten wir just wegfahren sehen. Da konnten wir nur hinterher winken und erneut warten.

Dazu muss ich lobend erwähnen, dass bisher alle Fähren (bis auf die Fähre bei Stranda, die nicht direkt zum typischen Touristenverkehr gehört) rein elektrisch oder mit Flüssiggas fuhren. Sie scheinen in den letzten drei Jahren umgerüstet worden zu sein. Herrlich leise und geruchslos im Vergleich zu „damals“.

Daher hat die theoretische Fahrzeit von 4,5 Stunden heute über 7 Stunden gedauert – was bei dem Wetter nicht schlimm war, da man eh nichts machen konnte außer fahren oder im Auto auf die Fähre warten. Unser Nachtlager hatten wir auf der Insel Bolsoya direkt mit Blick auf Molde auf einem Parkplatz an der großen Straße aufgeschlagen. Wir Deutschen zwischen einem Franzosen und einem Polen (der sehr cool sein Ding durchzog und allein durch Norwegen reiste, weil seine Frau keine Lust auf Camping hatte).

Der theoretisch gute Blick auf die Lichter von Molde endete praktisch im Seenebel. Leider war der Parkplatz auch an einer großen Straße gelegen und nicht so ruhig wie gedacht (sie endet an einer Fähre, die ab 22 Uhr nicht mehr fährt). Denn es war Samstag Abend und völlig unbeeindruckt von Regen und Nebel fuhr die örtliche Jugend auf der Straße mit den Motorrädern hin und her. 

Christian auf die Frage, was es heute besonderes gab: „Nix, außer dass es besonders nass war.“

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