Vier Seen oder nicht vier Seen?

Der Morgen erwacht und nach kurzer Zeit verschwinden die Wolken und ein weiterer sonniger Tag beginnt. Nach dem Frühstück fahren wir los. Wohin? „Erstmal nach Norden den Rhein entlang.“ Also wir aus der ersten Straße kommen, finde ich bei Google eine Wallfahrtskapelle in 5 Minuten Entfernung – also Plan über Bord geschmissen und die Letzenbergkapelle als Ziel bei Google eingegeben. 

Leider kennt Google nicht den Besucherparkplatz und führt uns in eine Wohngebiets-Sackgasse in Malschenberg. Dort haben wir dann nochmal in Ruhe nachgesehen und in den Rezensionen den Hinweis und den Straßennamen für die Anfahrt gefunden (Kapellenpfad in Malsch). Wir haben einen Parkplatz im Tal erwartet, jedoch führt die Straße durch den Weinberg (nichts für große Autos oder schwache Nerven) bis hinauf auf den Hügel direkt an die Kapelle. 

Hier hat man eine traumhafte Aussicht über die Weinberge über das Kraichgau bis hin zum Schwarzwald. Wir verweilen hier eine kurze Zeit, lassen ein Kerzchen da und fahren weiter. Nun fahren wir über die Autobahn nach Norden durch Rheinhessen bis Bingen am Rhein. Hier wechseln wir auf die B9, die uns direkt am Rhein mit schöner Aussicht durch das obere Mittelrheintal bis nach Boppard führt. Wir parken auf dem Parkplatz an der Talstation des Sesselliftes (öffentlicher Parkplatz 50 Cent die Stunde, direkt an der Sesselbahn 1 Euro pro Tag wenn man die Bahn nutzt) und fahren hinauf. 

Hier am Parkplatz beginnt auch der Pfad „Traumschleife Elfenlay“, der aber viel durch Wald führt und wir wollten lieber etwas mehr Sonnenschein haben. Daher muss dieser auf einen anderen Besuch warten (führt zum Aussichtspunkt für das Hubertusviadukt). Wir sesseln auf den Berg direkt daneben und spazieren zu verschiedenen Aussichtspunkten. Da wäre zum einen der Gedeonsblick (Restaurant mit Spielplatz), von dem aus man die komplette Rheinschleife sehen kann. 

Ein wenig weiter gibt es den „Vier-Seen-Blick“ (Restaurant). An dieser Stelle sieht der Rhein aus, als ob es vier einzelne Seen sind. Hier verweilen wir, essen Linzer Torte und Kirsch-Streuselkuchen und genießen den Ausblick, bevor wir weiterspazieren. 

Unser Ziel ist die Engelseiche. Weit ist es nicht (vielleicht 1,5 km von der Bergstation), alles in allem ein schöner Weg, es geht rauf und runter und die Engelseiche heißt so, weil sie nach Engelbert Humperdinck benannt worden ist. Sie steht an einem Wegkreuz, von dem aus man weitere Wanderwege erreichen kann. Wir gehen wieder zurück und fahren mit dem Sessellift wieder hinunter. Eigentlich wollten wir laufen, doch auf dem Weg hinauf sah der Steig unter uns zu schmal und steil aus, und es waren nur Menschen mit sportlicher Kleidung dort unterwegs. Als wir dann im Sessel zurück saßen, sahen wir auch Familien mit Kindern dort hinunterhüpfen und unsere Einschätzung überdenken. Schade, müssen wir wohl nochmal zurückkommen und den Steig ebenfalls ausprobieren. 

Anschließend suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit. Es gibt zwei Landvergnügen hier in der Nähe, von denen uns beide spontan nicht zusagten. Daher fuhren wir noch weiter nach Norden und schließen den Kreis – wir übernachten wieder beim Weingut Hohn in Leutesdorf. Von hier wandern wir in den Ort hinein („immer den Radwegschildern folgen, dann kommt man am Rhein entlang zum Ziel“) und suchen eine Gaststätte, die man nicht im Internet finden kann. Sie heißt „Kurtrierscher Hof“ und ist noch vom ganz alten Schlag. In der Wirtsstube stehen Aschenbecher, es laufen Schlager aus längst vergangenen Zeiten und der Wirt sagte zu uns (um 18:30 Uhr) „Das Essen ist aus für heute! Aber ihr könnt noch meine Portion Abendessen haben, wenn ihr wollt – Düppekuchen.“ Ein Wirtshaus vom ganz alten Schlag! So urig und original, dass wir bleiben. 

Da wir von Herrn Hohn wegen dieses Gerichtes hergeschickt worden sind, nehmen wir es. Und was soll ich sagen? Es schmeckt super. Es ist eine Art in einer Auflaufform gebackene Stampfkartoffeln mit Mettwürstchen und Zwiebeln. Können wir empfehlen. Dazu gibt es Federweißen. Alle Gäste, die im Lokal waren, hatten Düppekuchen und Bier oder Federweißen.

Auf dem Rückweg genießen wir die Abendstille am Rhein, bevor wir uns mit einer Falsche Federweißen vor das Wohnmobil an die Feuerschale setzen und Maronen rösten. Ein schöner Tag geht zu Ende. 

 

 

 

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