Von der Insel auf die Insel

Tag 23 begann mit Seenebel. Wir konnten kaum den Strand vor Augen sehen.

Und so plötzlich, wie der Nebel gekommen war, war er auch wieder verschwunden und wurde vom obligatorischen Regen abgelöst. Daher fiel heute sowohl die Option „Strandtag“ als auch die schöne als familienfreundlich angepriesene Wanderung zum Sörbakken aus (dieser geht in einigen 100 Metern Entfernung an einem Wanderparkplatz los, ca. 1 km lang und leicht, auf das 217 m hohe Fjell mit Aussicht (kein Nebel vorausgesetzt).

Stattdessen sagten wir kurz vor 11 Uhr diesem Traumstrand ade. Bis zur Fähre dauerte der Weg nur kurz und um 11:02 bemerkten wir an der Fähre, dass diese samstags nur um 11 Uhr abfährt und anschließend erst wieder um 13 Uhr. Also mussten wir geschlagene 2! Stunden warten (1 Stunde bis die Fähre wiederkam, die dann 1 Stunde Mittagspause gemacht hat). Das machte uns fast nichts aus, da Merle heute Geburtstag hatte und wir viel Zeit hatten, um Geschenke auszupacken, nach Hause zu telefonieren und mit den Geschenken zu spielen, bis die Fähre bereit war. Zudem kam beim Warten die Sonne raus (zumindest ein wenig). Dennoch war es bei 10 ganzen Sommer-Graden echt kalt und Merle begann irgendwann, Weihnachtslieder zu singen.

Nach der Fährfahrt  fuhren wir in Richtung Gutvik, dem Fährhafen zur Insel Leka. Diesmal schaute ich auf den Fährfahrplan nach, damit wir nicht wieder der abfahrenden Fähre hinterher schauen mussten. Wir waren 20 Minuten entfernt und hatten 13:50 – Die Fähre sollte um 14:10 gehen. Also los, dann mal Tempo machen. 

Aber oh je, die ganzen 10 km nach Gutvik war die Straße aufgerissen worden und eine einzige lange Baustelle gespickt mit riesigen Schlaglöchern, „Wellblechpiste“, Schotterstreck und damit es Spaß macht natürlich teilweise einspurig mit Gegenverkehr. Und da es Gegenverkehr gab, musste die Fähre schon angekommen sein. Wir sahen uns schon um 14:12 der Fähre hinterherwinken, der Stresslevel stieg und unsere Laune wurde schlechter.

Als wir ankamen – 14:12 Uhr – wartete eine lange Autoschlange an der Fähre, die noch nicht abgefahren war. Was war der Grund? Die Fähre war voll. Und aus diesem Grund fuhr die Fähre zum zweiten Mal ohne uns los. Jetzt hatten wir die Faxen endgültig dick vom Tag. erst 2 Stunden auf die Fähre warten, dann im Regen in der Touristenkolonne weiterfahren, dann Schlammpiste fahren unter Zeitdruck (unsere Karre sieht mal wieder sehr abenteuerlich aus) und jetzt dann nochmal 1 Stunde warten… Aber was will man machen? Statt ärgern lieber einen Tee trinken. Also Teewasser aufgesetzt, Kuchen und Kerzen rausgeholt und Merles Gebuchtstag am Fähranleger gefeiert.

Anschließend sind wir dann mit der nächsten Fähre auf die Insel übergesetzt. Es war schon recht spät. Wir hatten mit einer Fahrzeit von 2 Stunden gerechnet und kamen nach etwa 6 Stunden um ca. 16:30 Uhr auf dem Campingplatz Motell og Camping Leka an. Da hatten wir auch keine Lust mehr, irgendetwas zu unternehmen. Also blieben wir auf dem Campingplatz. Hier hatten wir den letzten Panoramastellplatz geordert (Platz 2, sehr empfehlenswert für Mobile mit 6 Metern Länge) und dort direkt an der Steilküste geparkt. Das Betreiberpaar spricht auch fließend Deutsch. Dazu einen nordnorwegischen Inseldialekt, der unmöglich zu verstehen ist, wenn sie sich nicht anstrengen, Standardnorwegisch zu sprechen (z.B. sprechen die „ikke“ wie „iche“).

Leider hatte der Campingplatz keinen funktionierenden Spielplatz mehr und es begann zu auch wieder zu regnen. Aus diesem Grunde hatten wir es uns in der „Storhytte“ gemütlich gemacht. Dies ist eine große Steinhütte mit Kamin fast direkt an unserem Platz. Hier haben wir erstmal Feuer entfacht und dann in wohliger Wärme und heimeliger Atmosphäre auf Schaffellen an Holztischen gesessen und Spiele gespielt. Merle hat uns hier des Öfteren beim Geburtstagskniffel und beim Phase 10 abgezogen und war sehr glücklich.

Christian hat dann noch geschickt unser Problem gelöst, dass der ganze gefangene Fisch von Sjöbakken nicht in den winzigen Tiefkühler passte. Denn auf dem Platz hier gab es eine kleine Küche, in dem wir den Fisch in Regen braten konnten. Wer mag schon Bratfischgeruch im Bus? – Le Chef de la Cuisine empfahl heute leckere Kartöffelchen mit Seelachs und Dorsch. Merle aß sogar ebenfalls Seelachs und meinte: „Mama, der Fischstäbchenfisch schmeckt ganz gut. Der ist eine gute Erfindung, statt Fischstäbchen den auch als Fisch zu haben“.

Christians Zusammenfassung des Tages: Merles Geburtstag und der Kuchen waren das Schönste heute.
Merles Zusammenfassung: Geburtstag!!!
Nicoles Zusammenfassung: die Aussicht ist unbeschreiblich schön.

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